Es ist geschafft. Mein 42er Plasma und mein “alter” (d.h. ausgemusterter) FSC-Laptop sind eine symbiotische Beziehung eingegangen – PC-Bild ueber VGA an den Schirm, Ton ueber den optischen Digitalausgang an der Dockingstation direkt auf den AV-Receiver.
FAZ.net, der PR-Blogger oder Seinfeld auf Youtube….klappt alles wunderbar – gerade getestet.
So laeuft bei mir heute im Abendprogramm nicht irgendein Krimi, ich schau auch nicht anderen Leuten beim Kochen zu sondern verfolge Chris Anderson in: “Free: The Past and the future of a radical price” – ein Video seines Vortrages einer Konferenz bei Nokia (Agenda und weitere Videos). Medienrevolution in der schönsten (und vielleicht lehrreichsten?) Form.
Oder nehmen wir mal an, für Sie sind Autos mehr als ”basic transportation” (im Gegensatz etwa zum öffentlichen Bekenntnis des SUV-Fahrers Barroso von der EU, der ähnlich wie Sarah “Hummer” Wagenknecht, am liebsten Wasser predigt und Wein trinkt) und sehen daher gerne ab und an mal “Auto Motor Sport TV” auf VOX. Das war bisher ein manchmal etwas “zähes” Unterfangen. Zahlreiche Werbespots (aus meiner Erinnerung ging es fast nur um Bier, warum wohl?) galt es zu verdauen. Dann endlich, der ersehnte Beitrag über die neueste Idee aus irgendeiner automobilen Innovationsschmiede. Heute ist das einfacher: VOX (der sender der AMS-TV ausstrahlt) stellt selbst die Beiträge ins Internet – direkt zum Abruf (nicht unbedingt in optimaler Qualität aber der Inhalt kommt rüber! Der Film zum RUF CTR3, an den ich gerade dachte ist uebrigens hier zu finden). Alle möglichen anderen Sender basteln an ähnlichen Konzepten, die Fernsehinhalte “on demand” bereitstellen – etwa das ZDF mit der Mediathek. Die schon angesprochen “Grau-Mitschnitte” auf YouTube (darunter auch die zumeist sehenswerten Beiträge von Jeremy Clarksons “TopGear”, dem UK-Gegenstück von AMS-TV) ergänzen dies auf wunderbarste weise (auch hier kann man noch an der Qualität arbeiten, aber “gut genug ist auch gut”).
Allein der Brückenschlag zum TV ist voller Hindernisse. Meine Lösung ist sicher nicht massentauglich und die Settop-Boxen für die breite Masse kommen gerade erst aus den Kinderschuhen raus. So erfüllt die von mir unlängst erneut getestete Box des T-Home Entertain Programmangebotes in der aktuellen Softwarerelease die grundlegenden Ansprüche an Bedienkomfort (und vor allem Schnelligkeit des Userinterface), während einige den Inhaltsanbietern geschuldete Einschränkungen nerven. Noch deprimierender sieht die Lage allerdings im Unterhaltungselektroniklager aus. Mit allerlei DRM-Spielerei und herstellerspezifischen Sonderwegen (etwa bei Homeservern) vergrault man auch die gutwilligsten Interessenten. Loewe Connect verspricht Besserung – zumindest für die Kundschaft im Premiumsektor. Was von den Versprechen zu halten ist? Wir werden sehen. Noch sind die Geräte dieser neuen Generation nicht im Handel zu finden.
Klar scheint jedoch bereits heute: Die Unterhaltungselektronikindustrie – insbesondere die grossen Namen – ist auf dem Rückzug gegenüber der “Revolution aus dem Netz”. Innovation in der Unterhaltungselektronikbranche sieht man höchstens ab und zu mal bei dem ein oder anderen chinesischen “NoName”-Hersteller, der sich im Unterschied zu Yamaha, Sony, JVC und Co. um die gedankliche Rückständigkeit der repressionsorientierten “Contentindustrie” (Proprietäre Datenformate, DVD-Regionalcode, DRM, HDMI,…) nicht schert und z.B. USB-Schnittstellen mit Encodingfunktion an Stereoanlagen oder DVD-Player schraubt - zumeist mit hakeligem Interface und zweifelhafter Qualität – aber “gut genug”. Die grossen ziehen dann bestenfalls nach.
So können wir also seit einer Weile bereits zuschauen wie die grossen Namen der Unterhaltungselektronik an Bedeutung verlieren…. Verstärker, Lautsprecher und vielleicht noch ein paar höherwertige Bildausgabegeräte sind vermutlich alles, was diesen an Geschäft bleiben wird. Die “Netzrevolution” wird es richten.

Nachtrag: Der Beitrag von Chris Anderson war leider nicht so gut wie erwartet. Sein FREE erscheint mir doch in weiten Teilen viel zu spekulativ….